Was ist systemische Familientherapie / – beratung?

Unter systemischer Familienberatung versteht man die Annahme, dass die Familie ein System mit allen beteiligten Familienmitgliedern darstellt und alle Teile gleich wichtig sind. Die beteiligten Personen wirken aufeinander, auch wenn sie sich nicht unmittelbar gegenüberstehen.

Die Grundlage dieses Ansatzes basiert auf den Erfahrungen von Virginia Satir die den systemischen Ansatz in den USA entdeckt und vorangetrieben hat.

Sie untersuchte besonders die Aussagemöglichkeiten in der zwischenmenschlichen Kommunikation und entdeckte das essentielle Zusammenspiel zwischen Körper und gesprochenem Wort.
Um die Kommunikationskanäle darzustellen und greifbar zu machen, entwarf sie die Skulpturarbeit, aus der sich später weitere Formen entwickelten.

Es werden dabei Stellvertreter einer Person gebeten, sich in eine Situation einzufühlen und zu reflektieren, was sie empfinden. Mit einfachen Sätzen oder Gesten wird der subjektive Anteil der Kommunikation dargestellt.
Stellvertreter sind in der Regel freier und haben eine ungetrübteren Zugang zu ihren Emotionen, die sie nicht aus konventionellen oder anderen Gründen reglementieren müssen.

Diese Methode kann auch gut mit Symbolen oder begleiteten Rollenspielen umgesetzt werden.

Dieser Grundansatz läßt sich auf alle Beziehungssituationen übertragen. Alle Gefühlsanteile sind wichtig und gehören in eine lebendige Sitiation miteinbezogen.

Eine Abspaltung von Gefühlsanteilen bringt vielleicht kurzfristig Linderung, mittelfristig wird das “System” instabil, und es muss mehr und mehr Energie verwendet werden, um eine Verdrängung aufrecht zu erhalten.

Erleichternd und lösend, lebensbejahend und energievoll ist es die “Absonderung” wieder einzubeziehen und den “Teil” zu würdigen.

Systemische Familientherapie /-beratung wird grundsätzlich von keiner Krankenkasse bezahlt, sie muss daher aus eigenen Mitteln finanziert werden.