Die systemische Therapie in der Psychotherapie setzte ich hier unter dem Blickwinkel ein, dass wir alle Teil eines Beziehungssystems sind. Dies mag uns bewusst oder unbewusst, ganz neu oder seit unserer Geburt bestehend sein. Da unser erstes Bezugssystem die Familie ist, spricht man von der systemischen Familientherapie, auch dann, wenn mit Einzelnen oder Paaren gearbeitet wird.
Die systemische Therapie weiß von dem Wert in einem Beziehungssystem alle beteiligten Personen angemessen einzubeziehen, da sie alle eine wichtige Rolle spielen – besonders dann wenn man sie ausblenden will. Bei Familienmitgliedern der Herkunfstfamilien ist dies auch so, wenn man längst sein eigenes Leben aufgebaut hat.
Die Grundlage dieses Ansatzes basiert auf den Erfahrungen von Virginia Satir die den systemischen Ansatz als Familientherapeutin in den 1960 er Jahren in den USA entdeckt und vorangetrieben hat.
Sie untersuchte besonders die Aussagemöglichkeiten in der zwischenmenschlichen Kommunikation und entdeckte das essentielle Zusammenspiel zwischen Körper und gesprochenem Wort. Wiedersprüche in dieser Kommunikation stören eine Beziehung nachhaltig.
Um die Kommunikationskanäle darzustellen und greifbar zu machen, entwarf sie die Skulpturarbeit, aus der sich später weitere Formen entwickelten. Später kamen weitere sehr innovative Ansätze verschiedenere Therapeuten hinzu.
Es werden dabei Stellvertreter einer Person gebeten, sich in eine Situation einzufühlen und zu reflektieren, was sie empfinden. Mit einfachen Sätzen oder Gesten wird der subjektive Anteil der Kommunikation dargestellt.
Stellvertreter sind in der Regel freier und haben eine ungetrübteren Zugang zu ihren Emotionen, die sie nicht aus konventionellen oder anderen Gründen reglementieren müssen.
Diese Methode kann auch gut mit Symbolen oder begleiteten Rollenspielen umgesetzt werden.
Dieser Grundansatz läßt sich auf alle Beziehungssituationen übertragen. Dabei spielen nicht nur die Personen eine Rolle sondern auch die alle Gefühlsanteile sind wichtig und gehören in eine lebendige Sitiation miteinbezogen.
Eine Abspaltung von Gefühlsanteilen bringt vielleicht kurzfristig Linderung, mittelfristig wird das “System” instabil, und es muss mehr und mehr Energie verwendet werden, um eine Verdrängung aufrecht zu erhalten.
Erleichternd und lösend, lebensbejahend und energievoll ist es die “Absonderung” wieder einzubeziehen und den “Teil” zu würdigen.
Systemische Therapie /-beratung (systemische Familientherapie) ist mittlerweile wissenschaftlich als wirkungsvoll anerkannt, wird jedoch grundsätzlich von keiner gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Es gelten des weiteren die Bestimmungen der Abrechung für Psychotherapie.
