In den folgenden Zeilen erläutere ich Begriffe die in meiner Arbeit relevant sind.
Körperarbeit- Körpertherapie:
Unter Körperarbeit versteht man das bewuste und aktive Einbeziehen des Körpers in die Beratung oder Therapie.
Die Aufmerksamkeit wird dabei speziell auf die Körperwahrnehmung, Haltung und Körpergefühle gelenkt, in der Regel in Verbindung mit der Atmung.
Um die Körperabeit zu vertiefen und Zusammenhänge zu verdeutlichen, kann der Köper durch gezielte achtsame Berührung mit der Hand und durch Striche in das Bindegwebe erfolgen. Das Ziel ist es über diesen Weg einen erweiterten Zugang zu Seele, Psyche und Geist zu bekommen, da – erwiesenermassen, davon ausgegangen wird, das jeder Gedanke und jede Emotion den Muskeltonus in unserem Körper verändert.
Bewusstsein über unsere inneren und äüßeren Haltungen im Körper wie im Geiste wird leichter möglich und durch den modelliereden Eingriff werden Impulse für eine neue gesündere Haltung gegeben.
Dabei werden eine Reihe von komplexen neuronalen Prozessen angesteuert – denn hier feuern Synapsen neue Verbindungen, die weiter für neue Verhaltens- Emotionale- und Bewegungsmuster ausgebaut werden können.
Konkret erforscht ist hier z.B. die verbesserte Oxytocinausschüttung durch Körperarbeit. Diesem Neuropeptid wird in der neurochemischen Forschung eine Schlüsselrolle für psychische Zustände wie “Liebe” ,”Vertrauen” und “Ruhe” zugeschrieben.
Durch Wahrnehmungs, Haltungs und Atemübungen sollen Impulse der Therapie aufgenommen und vertieft werden. Der psychische und geistige Aspekt wird thematisch begleitend angesprochen und mit dem Therapeuten reflektiert und verständlich intergriert.
Systemische Familientherapie :
Systemische Familientherapie bezeichnet eine Therapieform, die annimmt, dass jeder Mensch sich stets in einem Beziehungsgefüge befindet. Das erste Beziehungsystem, in dem sich jeder Mensch die ersten Erfahrungen macht, ist die Familie: Vater, Mutter, Kind. Wobei auch ein stetes Fehlen einer person eine erste Beziehungs- und System – erfahrung ist.
Aus der Paarbeziehung ist eine Familienbeziehung geworden, die wie ein Mobile funktioniert.
Jede Haltung ud Äusserung eines Menschen dieses Mobiles wirkt sich in diesem Beziehunsgdreieck aus.
Die Errungenschaft der Familientherapie ist es, diesen Grundzusammenhang entdeckt zu haben und auch darstellen zu können, beispielsweise in der Skulpturarbeit/ therapeutischen Rollenspiel.
Die Familie als System zu begreifen und andere Beziehungssysteme als solche zu identifizieren, ist ein entscheidender Erkenntnisschritt in der Erforschung der menschlichen Beziehungen. Sie wird heutzutage auch auf größere Systeme z.B. in der Arbeitswelt eingesetzt. Systemsiches Coaching bedient sich dieser Einsicht und ist eine Erweiterung für wirtschaftlich arbeitende Teams.
Familienskulptur/Familienstellen, prozesshafte Aufstellungen:
Der Ursprung der systemischen Familientherapie ist die Familienskulpturarbeit die von Virginia Satir in den 60er Jahren in den USA entwickelt wurde. Es ist seine Methode aus der Familien- und Sozialarbeit. Virginia Satir hat den Zusammenhang der kongruenten Kommunikation in der Aussage des Körpers und der gleichzeitigen verbalen Aussage entdeckt.
Sage ich Beispielsweise einem Partner “Ich liebe Dich” und drehe mich gleichzeitig weg, so sind dies zwei verschiedene Aussagen, die den Empfänger der Botschaft vermutlich irritieren und er sich zwischen diesen beiden Aussagen entscheiden muss.
Virginia Satir machte sich auf die Suche nach der Ursache diesen nicht kongruenten Aussagen und erkannte bald, das diese etwas mit dem Selbstwertgefühl zu tun haben.
Vielleicht fürchte ich mich, zu meinen Gefühlen zu stehen und möchte mich schützen. Ich glaube vielleicht eine “Abfuhr” nicht verarbeiten zu können und nehme mich daher etwas zurück. (drehe mich z.B. weg) Schon gibt es die ersten Irritationen in der Kommunikation.
Dieses Selbswertgefühl ensteht in kindlichen und frühkindlichen Erfahrungen in dem ersten System und sind ein lebensnotwendiger Lösungsversuch um als Kind die permanenten Ungereimtheiten im Elternhaus verarbeiten zu können.
Sie entstehen als Kompensation einer Spannung im Abhängigkeitsverhältnis als Kind. Der innere Konflikt ein Bedürfnis nicht erfüllt zu bekommen (z.B. genug Aufmerksamkeit oder Spiel) kann nicht durch konstruktive Konfliktbewältigung oder gar Trennung gelöst werden. das wäre Lebensgefährlich für ein Kind. Die Lösung liegt darin, sich selber als z.B. Wertlos zu betrachten, denn nur so lässt sich erklären, dass die Eltern sich nicht genug kümmern.
Nach weiterem Forschen fand sie heraus, dass auch die Eltern ihrerseits eine Familiengschichte haben und daher unser Verhalten und unsere Annahmen eine Historie und auch einen Sinn haben.
In der Familienskulptur kann jeder seiner emotionalen Aussage einen körperlichen Ausdruck geben und dadurch werden unsere inneren Annahmen und Einstellungen nun sichtbar.
In der Skulptur können wir die uns bisher verborgenen Aussagen einer Kommunikation entschlüsseln und neue Positionen und Haltungen im Familiensystem suchen und entwickeln.
Um komplexere Fragen zu beantworten spielen vielleicht auch die Grosseltern oder Urgrosseltern eine Rolle. In der Familienrekonstruktion erforscht man diese Zusammenhänge und Geschichten um Familiengeschichten zu verstehen.
Die Vorteile der Skulpturarbeit liegen in der hohen Transparenz für den Klienten und Fragenden und einer ausführlicheren Vor- und Nachbereitung.
Persönliche Beziehungsverhaltensmuster im Hier und Jetzt zu erkennen, zu verstehen und sogar zu lösen sind die grossen Chancen in der systemische Familientherapie.
Paartherapie
Paartherapie ist eine Form der Psychotherapie, die der Bearbeitung akuter oder chronischer Konflikte in einer Paar- bzw. Zweierbeziehung dient. Für die Entwicklung und Aufrechterhaltung von Konflikten in Paarbeziehungen gibt es verschiedene Modelle.
Das Mehrgenerationen Familientherapie -Modell. Diesem Modell folgend wird ein Ursprung der Paarkonflikte in den Herkunftsfamilien der beiden Partner vermutet. Dabei wird davon ausgegangen, dass über mehrere Generationen hinweg ein bestimmter familiärer Grundkonflikt besteht, den das Paar im Jetzt wieder aktiviert. Zentrale Begriffe sind hierbei beispielsweise Loyalität und die sich daraus ergebenden Bindungen sowie der Begriff der Delegation und die widersprüchlichen Aufträge aus den Herkunftsfamilien.
Bei der Systemischen Paartherapie steht die Frage im Mittelpunkt, durch welche „zirkulären Prozesse“ die Konflikte des Paares aufrechterhalten werden. Hierbei wird zwischen der Ebene des Verhaltens, der Interaktionsmuster und der Wirklichkeitskonstruktionen unterschieden. Zentrale Begriffe der Systemischen Paartherapie sind unter anderen Zirkularität, Reframing, Neutralität, Lösungs- und Ressourcenorientierung und positive Konnotation.
Die Bezeichnung Psychotherapie (altgr. psycho ,Seele‘ und therapía ,heilen‘) steht als übergeordneter Begriff all jene Formen psychologischer Verfahren, die medikamentenlos auf die Behandlung psychischer und psychosomatischer Störungen, Leidenszustände oder Verhaltensstörungen abzielen.
Dabei finden psychologische, d.h. wissenschaftlich fundierte Methoden verbaler und nonverbaler Kommunikation systematische Anwendung. Es gibt verschiedene Psychotherapieformen. Die Verhaltenstherapie beinhaltet Veränderungen der sozialen Umgebung und Interaktion. Das Ziel ist hierbei die Ausbildung und Förderung von Fähigkeiten und die Ermöglichung einer besseren Selbstregulation. Beispielsweise versucht die kognitive Verhaltenstherapie dem Betroffenen seine Gedanken und Bewertungen bewusst zu machen, diese gegebenenfalls zu korrigieren und in konkrete Verhaltensweisen umzusetzen.
In der Tiefenpsychologie (z. B. der Psychoanalyse) findet eher eine Auseinandersetzung mit “dem Unbewussten” (oder Nichtgewussten) statt, um die Hintergründe und Ursachen des Leidens zu klären.
In der systemische Familientherapie (auch Systemische Therapie) wird eine psychotherapeutische Fachrichtung beschrieben, die systemische Zusammenhänge und interpersonelle Beziehungen in einer Gruppe als Grundlage für die Diagnose und Therapie von seelischen Beschwerden und interpersonellen Konflikten betrachtet. Seit Dezember 2008 ist diese Therapieform und ihre Wirksamkeit auch in Deutschland wissenschaftlich anerkannt, in Österreich und der Schweiz erfolgte die Anerkennung bereits in den 1990er Jahren.In Europa ist der Zugang zur Berechtigung zur Ausübung von Psychotherapie unterschiedlich geregelt.
In Deutschland sind dazu psychologische Psychotherapeuten und in bestimmten Ausmaß auch Heilpraktiker (für Psychotherapie) befugt. Insgesamt ist Psychotherapie nur in elf EU-Staaten gesetzlich geregelt.
